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3. Sonntzag der Osterzeit:Impuls

„Noch einmal“ ist, so meine ich, der Schlüssel zum Verstehen des vorliegenden Textes. Eigentlich ist das Johannesevangelium auserzählt. Aber irgendetwas ist in der Gemeinde des Johannes passiert, sodass sich Menschen genötigt sahen dem Evangelium noch ein Kapitel anzufügen. Sieben Jünger Jesu sind auf dem See von Tiberias, also dem See Genezareth. Sie tun das, was sie immer schon getan haben. Aber es ist Nacht. Und alle ihre Mühe ist vergebens. Dann bricht der Morgen an, und wir dürfen gerne die Assoziation des Ostermorgens haben. Es ist wieder Ostern. Aber die Jünger merken nicht, dass Ostern ist. Der Auferstandene ist da, aber die Jünger erkennen ihn nicht. Sie ...
Katholisch in Köln-Mitte
Datum:
15. Apr. 2026
Von:
Marion Vosen

sind gefangen in ihrem Alltag, in ihrer Erschöpfung und Wirkungslosigkeit. Dann spricht der Auferstandene sie auf das an, was ihren fehlt. Nämlich das, was sie wirklich satt macht. Und sie müssen ihren Mangel eingestehen. Doch damit lässt der Auferstandene sie nicht alleine. „Auf der rechten Seite werdet ihr finden.“ Vielleicht kann man übersetzen mit „Nehmt die rechte Haltung ein, dann werdet ihr etwas finden, das euch wirklich nährt.“ Die rechte Haltung? In der Haltung Jesu und mit seinem Blick auf die Welt, den Nächsten und auf Gott ändert sich alles. Dann ist das Netz nicht mehr leer, sondern übervoll.

Dann, wie im Traum, wechselt die Szene. Sie sind am Ufer und dort ist ein Kohlenfeuer mit Brot und Fisch. Es ist alles da, ja es ist sogar schon alles vorbereitet. Das Mahl steht bereit, die Jünger brauchen nur noch Platz zu nehmen. Interessanterweise fordert der Auferstandene auf, von den eben gefangenen Fischen zu holen. Es ist alles da und es ist alles bereitet, aber ohne unseren Beitrag ist es unvollständig. Unsere Mühe, unseren Frust, unsere Sorge, Sehnsucht, unseren Hunger … .

Dann wird die Szene sehr ruhig und still, geradezu andächtig. Keiner wagt zu fragen, denn alle wissen. Es gibt Situationen, in denen es keiner Worte bedarf. Im Gegenteil, eine Frage, ein Wort würde den Zauber des Momentes zerstören.

Was auch immer in der Gemeinde des Johannes passiert sein mag. Es war notwendig, dass Ostern neu erzählt werden musste. Auch in unserem Leben passiert immer wieder etwas Neues. Wir sitzen im Bot unseres Lebens uns mühen uns mit Alltäglichkeiten ab und haben doch nichts, was uns wirklich satt macht. Darum ist es nötig, dass wir uns immer wieder neu von Ostern erzählen. Uns daran erinnern, dass der Auferstandene da ist und uns sieht. Dass er uns auffordert die rechte Haltung einzunehmen. Dass er uns einlädt mit ihm das Mahl des Lebens zu feiern. Und dass wir eingeladen sind am Kohlenfeuer Platz zu nehmen.

Thomas Zalfen (Pastoralreferent / Begleiter d Gemeinde St. Maria in Lyskirchen im Seelsorgebereich Köln-Mitte)