Zum Inhalt springen

4. Sonntag der Osterzeit:Impuls zu Johannes 10, 1-10

„Ich bin die Tür. Wer durch mich eintritt, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ (Joh 10,9) Türen haben einen seltsamen Einfluss auf uns. Sie trennen. Sie schützen. Sie öffnen sich – oder bleiben verschlossen. In der Welt Jesu war der Hirt nicht nur Führer der Herde; er schlief nachts buchstäblich ...
Katholisch in Köln-Mitte
Datum:
23. Apr. 2026
Von:
Marion Vosen

in dem Spalt, der das Gehege zur Welt hin öffnete. Sein Leib war die Tür.

Jesus sagt genau das von sich. Nicht: Ich zeige euch die Tür. Nicht: Ich halte die Tür für euch auf. Sondern: Ich bin die Tür. Er selbst ist der Durchgang ins Leben – ein Lebensraum, in dem wir ein- und ausgehen, uns bewegen, wachsen dürfen.

Dieses Bild ist eine Einladung und zugleich eine Herausforderung. Denn wer eine Tür betritt, muss sich entscheiden. Wir können nicht halbherzig durch eine Tür schlüpfen. Der Eintritt fordert Bewegung, Vertrauen, das Loslassen des Vertrauten.

Vielleicht stehen wir gerade vor einer solchen Schwelle – eine Entscheidung, eine Veränderung, ein Kapitel, das endet. Das Evangelium sagt uns: Du musst den Weg nicht kennen. Du musst nur wissen, wer der Weg ist.

Jesus, der Gute Hirt, geht nicht voran, damit wir Schritt halten müssen. Er geht voran, damit wir keine Angst vor dem nächsten Schritt haben.

ð  Zwei Impulsfragen zum Weiterdenken

Vor welcher „Tür" stehe ich gerade? Was hindert mich daran, durchzugehen – und was wäre, wenn ich dem Guten Hirten vertraue, der selbst vor mir liegt?

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10)

Pater Daniel Stadtherr OP
Kirchenrektor an der Dominikanerkirche St. Andreas | Pfarrvikar in Köln-Mitte