4. Sonntag der Osterzeit:Impuls zu Johannes 10, 1-10

in dem Spalt, der das Gehege zur Welt hin öffnete. Sein Leib war die Tür.
Jesus sagt genau das von sich. Nicht: Ich zeige euch die Tür. Nicht: Ich halte die Tür für euch auf. Sondern: Ich bin die Tür. Er selbst ist der Durchgang ins Leben – ein Lebensraum, in dem wir ein- und ausgehen, uns bewegen, wachsen dürfen.
Dieses Bild ist eine Einladung und zugleich eine Herausforderung. Denn wer eine Tür betritt, muss sich entscheiden. Wir können nicht halbherzig durch eine Tür schlüpfen. Der Eintritt fordert Bewegung, Vertrauen, das Loslassen des Vertrauten.
Vielleicht stehen wir gerade vor einer solchen Schwelle – eine Entscheidung, eine Veränderung, ein Kapitel, das endet. Das Evangelium sagt uns: Du musst den Weg nicht kennen. Du musst nur wissen, wer der Weg ist.
Jesus, der Gute Hirt, geht nicht voran, damit wir Schritt halten müssen. Er geht voran, damit wir keine Angst vor dem nächsten Schritt haben.
ð Zwei Impulsfragen zum Weiterdenken
Vor welcher „Tür" stehe ich gerade? Was hindert mich daran, durchzugehen – und was wäre, wenn ich dem Guten Hirten vertraue, der selbst vor mir liegt?
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10)
Pater Daniel Stadtherr OP
Kirchenrektor an der Dominikanerkirche St. Andreas | Pfarrvikar in Köln-Mitte