22. Sonntag im Jahreskreis:Impuls: „Wer sich selbst erhöht …“

Wollen wir verstehen wie Gott ist, wollen wir verstehen wie Leben in der Spur des Messias Jesus geht, dann müssen wir die Perspektive der Randständigen und Benachteiligten einnehmen.
Schauen wir aber in die große und kleine Politik, schauen wir in die Verhältnisse in unserer Kirche oder schauen wir in unser eigenes berufliches oder familiäres Umfeld, dann werden wir suchen müssen diese Perspektive zu entdecken. Das Recht des Stärkeren verdrängt gerade wieder das Recht der Normen und Werte. Minderheiten werden gegen einander ausgespielt, um einer Mehrheit zu gefallen. Gegen Argumente und Einsicht wird auf Macht und angebliche Tradition gepocht.
Die Perspektive Gottes hat es nicht leicht. Nicht in der Gesellschaft, nicht in unserer Kirche und nicht in unserem eigenen Umfeld und Leben. Das weiß auch der Evangelist. Er stellt sehr ernüchternd am Ende unseres Abschnittes fest: Vergolten wird dir diese Perspektive und Handlungsweise – nicht in diesem Leben – sondern erst bei der Auferstehung der Gerechten.
„Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Es gehört schon viel Glauben und Optimismus dazu diese Provokation, dieser Sichtweise, diesem Wort des Evangeliums zu trauen.
Die Überzeugung des Evangelisten ist es, dass wir so erfahren wer Gott von seinem Wesen her ist.
Ihnen allen einen gesegneten Sonntag.
Thomas Zalfen, Pastoralreferent und Koordinator Kirchenempfang in der Pastoralen Einheit Köln-Mitte