3. Fastensonntag:Impuls

einer Frau am Brunnen – einer Frau mit Brüchen in ihrer Lebensgeschichte, einer Außenseiterin. Und gerade sie spricht er an. Nicht von oben herab, nicht verurteilend, sondern mit einer Bitte: „Gib mir zu trinken.“
Jesus zeigt: Gott beginnt oft mit unserer Sehnsucht. Mit unserem Durst – nach Anerkennung, nach Liebe, nach Sinn. Das „lebendige Wasser“, von dem er spricht, ist mehr als stiller Durstlöscher. Es ist Gottes Geist, seine Gegenwart, die unser Innerstes verwandeln kann. Wer aus dieser Quelle schöpft, lebt nicht mehr nur von äußeren Sicherheiten, sondern aus einer tiefen Beziehung zu Gott.
Die Frau erkennt Schritt für Schritt, wer vor ihr steht. Und am Ende wird sie selbst zur Zeugin. Aus der Suchenden wird eine Glaubende, aus der Ausgegrenzten eine Botin.
Die Fastenzeit lädt uns ein, ehrlich auf unseren eigenen Durst zu schauen. Wonach sehne ich mich wirklich? Und bin ich bereit, Jesus an die verborgenen Stellen meines Lebens zu lassen?
Wo wir ihm begegnen, wird unser Leben zur Quelle – für uns und für andere.
Br. Josef Bodensteiner OFM Conv., St. Kolumba in der Pastoralen Einheit Köln-Mitte