Grußwort unseres Pfarrers





Liebe Gottesdienstbesucher!

Normalerweise folgt auf die Ausgelassenheit des Fasteleers der Ernst des Aschermittwochs. Dieses Jahr aber ist alles anders...

Wer hat in diesem Jahr noch Nerven für die Fastenzeit? Da war doch genug Verzicht und Fasten im vergangenen Corona-Jahr!

Vielleicht geht es dieses Jahr in der Fastenzeit noch um etwas anderes als nur um's Fasten. Denn in der vorösterlichen Bußzeit geht es ja eigentlich um Umkehr. Oder wie es auf Griechisch in der Bibel heißt: um Metanoia. Das heißt wörtlich übersetzt: Umdenken. Es geht um Neuorientierung, Neuaufbruch, Neustart. Zu mehr und intensiverem, bewussterem Leben. In der Gegenwart Gottes.

Und deshalb könnte es dieses Jahr einmal sehr intensiv darum gehen, darüber in's Gespräch zu kommen, was wirklich zählt. Mit mir selbst, dem lieben Gott und mit meinen Mitmenschen.

Mein Eindruck: Viele haben in dieser Coronazeit ein neues Gespür dafür entwickelt, worauf es ankommt. Die Krise hat die alten existentiellen Menschheitsfragen aufgeworfen: "Woher komme ich? Wohin gehe ich? Warum bin ich?" Und da kommen plötzlich so göttliche Ewigkeitstugenden wie Glaube, Hoffnung und Liebe auf den Plan. Jetzt wäre ein guter Augenblick da, um sich mit dieser Frage zu beschäftigen: Wie könnten diese göttlichen Tugend in mir neu keimen und wachsen? Was will ich eigentlich für mein Leben und für das meiner Lieben?

Wie oft habe ich in den vergangenen Wochen dieses Sätzchen gehört: "Ich kann nicht mehr!" Oder: "Ich bin am Ende..." Die Botschaft der Fastenzeit hat aber eine österliche Perspektive: Nicht "Ich am Ende" sondern "Licht am Ende"! Wir gehen durch die Dunkelheit und Traurigkeit dieser Tage zusammen mit Jesus zum Licht und zur Freude des Osterfestes. "Licht am Ende!" Das ist eine Botschaft für uns Glaubende angesichts der Botschaft Jesu und für unsere ganze Gesellschaft angesichts der Impfungen gegen Corona. Das hängt doch irgendwie zusammen. Dass es ohne Glaube, Hoffnung und Liebe nicht geht: Für diese Botschaft sind wir Christen Botschafter. Wir sind durch unsere christliche Berufung die Spezialisten und Profis zur Weitergabe dieser Tugenden.

Herzlich laden wir ein, Aschermittwoch und Fastenzeit - innerhalb der Möglichkeiten von Corona - kräftig und intensiv mitzufeiern. Damit das Leben wieder ein Fest wird. Wir haben eine Fülle von Angeboten: von Gottesdiensten bis zu Andachten, von Bibelgesprächen bis zu Fastenangeboten. Von alledem findet sich einiges auf www.katholisch-in-koeln.de . Besonders wollen wir zu den Gottesdiensten an Aschermittwoch und den freitäglichen Kreuzwegandachten, um 17:45h einladen.

Jeder, der am Aschermittwoch und am 1. Fastensonntag in die Kirche kommt, bekommt eine kleine Gabe für Zuhause. Eine Blumenzwiebel, die eingepflanzt zu Ostern blühen wird. Als ein Zeichen dafür, dass unser Leben neu knospen, wachsen und blühen kann. Mit Vertrauen in den lieben Gott.

Frohe Grüße und Gottes Segen für die kommende Zeit!

Und für diese karnevalistischen Tage noch ganz schnell: Dreimool Kölle Allaaf! Nur zesamme sin mer Fastelovend!

Ihr und Euer Dominik Meiering, Pfr.
 
 

aktualisiert am: 14.02.2021

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