Der erste Kongreß
der Marianischen Kongregationen
in Tschenstochau

 

 

 

Als unsere MC am 6. Januar 2008 das 400jährige Jubiläum feierte, war der Generalpräses der polnischen Kongregationen, Pater Dr. Mieczyslaw Łacek OSPPE unter den vielen Gästen bei uns in Köln. Er kündigte uns damals die Einladung zu diesem Kongreß in Tschenstochau an. Ohne unser Jubiläum in Köln, so kann man sagen, hätte das Treffen in Tschenstochau nicht stattgefunden.

Feierlicher Anlaß sind die diesjährigen Feiern zur 30jährigen Wiederbelebung der Marianischen Kongregationen durch die polnischen Bischöfe nach dem Verbot durch das kommuni-stische Regime im Jahre 1949. Diese Wiederbelebung der Marianischen Kongregationen im Jahre 1980 geschah unter der Leitung des damaligen Primas, Erzbischof Stefan Kardinal Wyszynski. Ferner beabsichtigte Pater Dr. Mieczyslaw Łacek durch dieses Treffen eine Zusammenarbeit der Marianischen Sodalitäten auf europäischer Ebene aufzubauen.

So erhielten wir bereits Anfang 2009 eine Einladung aus Polen zum

 

1.  Kongreß der
Marianischen Kongregationen in Europa
Gestern - Heute - Morgen.

 

vom 25. - 27. 3. 2010 in Tschenstochau (Polen) auf dem Hellen Berg (Jasna Góra)

 

An diesem Kongreß nahmen von unserer Kongregation fünfzehn Sodalen und ein Kandidat teil. Vier Sodalen hatten Ihre Ehefrauen dabei. Die Anreise war am 24. März 2010 mit einer Maschine der WIZZ AIR von Dortmund nach Kattowitz mit Bustransfer nach Tschenstochau. Drei Sodalen fuhren mit dem PKW. Unser Präses, Pfarrer Klaus-Peter Vosen, mußte leider seine Teilnahme wegen einer vom Arzt kurzfristig angesetzten Operation absagen. Seitens unserer MC nahmen 20 Personen mit Banner und Bürgerfahne teil. Wir waren die stärkste Delegation.

 

 

 

1. Tag - Donnerstag, 25. März 2010 - Hochfest „Mariä Verkündigung“

 

Der Kongreß wurde um 12 Uhr mit einem feierlichen Lateinischen Hochamt vor dem Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“, der Königin Polens, eröffnet. Es zelebrierte der Generalpräses der polnischen Kongregationen, Pater Dr. Mieczyslaw Łacek OSPPE. Die anwesenden polnischen und deutschen Präsides konzelebrierten. Es predigte Msgr. Jaroslaw Wolski, Präses der Sodalitäten im Bistums Sosnowiec und Czeladz. Die Predigt wurde von unserem Assistenten Richard Gosk übersetzt. Nach der Predigt und den Fürbitten wiederholten die Sodalen unserer MC anläßlich des Titularfestes „Maria Verkündigung“ ihre „Marianische Lebensweihe“. Alle anwesenden Sodalen aus Polen, Spanien und Deutschland sangen anschließend das Lied zur schwarzen Madonna „Einen Ort auf dieser Erde“ in ihrer Sprache.

Der Kongreß wurde nach dem gemeinsamen Mittagessen durch den Generalpräses aller polnischen Sodalitäten, Pater Dr. Mieczyslaw Łacek OSPPE eröffnet. Er berichtete von seiner Idee am Kölner Jubiläumstag und begrüßte einzeln alle anwesenden Kongregationen und wünschte unter der Führung der Gottesmutter Maria einen erfolgreichen Verlauf dieses ersten europäischen Treffens.

Aus Polen waren 17 Kongregationen mit 76 Sodalen und Sodalinnen und aus Deutschland sechs Sodalitäten (Straubing, Herbstein, Passau, Stuttgart, Neuhof bei Fulda und wir aus Köln) mit 31 Teilnehmern vertreten. Spanien war ebenfall mit einer Kongregation anwesend.

Unser Präfekt Wilfried Becher verlas ein Grußwort unseres Erzbischofs, Joachim Kardinal Meisner. Dieser brachte zum Ausdruck, daß er sich glücklich schätzt über die Existenz der vielen Marianischen Kongregationen in Deutschland und Europa und deren Liebe und Verehrung der Gottesmutter. Er wünschte einen guten Verlauf des Treffens und den Beginn einer guten gemeinsamen marianischen Tradition in Europa.

Ein Grußwort des Präfekten Georg Andergassen von der Marianischen Männerkongregation in Bozen (Südtirol) verlas unser Assistent Richard Gosk.

 

Teil I - Marianische Kongregationen in Europa - gestern
(Geschichtlicher Überblick)

 

1. Referat von Anna Laszuk (Marianische Sodalität Warschau):

„Die Geschichte der Marianischen Sodalität in Polen in Bezug auf die Situation der Kirche“.

Die Referentin erläuterte - aus polnischer Sicht - die Gründung der ersten Kongregation in Rom (Prima Primaria) unter Anleitung der Jesuiten und gab einen Überblick über die Entwicklung in Polen im Laufe der Jahrhunderte und unter dem Kommunismus. Sie wies auf das apostolische Wirken und die vielen Heiligen und Seligen der polnischen Sodalitäten hin.

 

2. Referat von Wilfried Becher (Präfekt der Marianischen Männerkongregation 1608 Köln):

“Geschichtlicher Überblick über die Kongregationen in den deutschsprachigen Ländern“.

Ausgehend von den Wirren der Reformation und der fruchtbaren Tätigkeit der Jesuiten mit der Gründung der ersten und zentralen Kongregation in Rom (Prima Primaria) sprach der Referent über die Gründungen der Sodalitäten in den deutschsprachigen Ländern im Zusammenhang mit den jeweiligen politischen Begebenheiten. Dies waren der Dreißigjährige Krieg, die französische Revolution, Kulturkampf und die beiden Weltkriege. Er erläuterte schließlich die von Papst Pius XII. 1948 erlassene Apostolische Konstitution „Bis Saeculari“, in der dieser den weltweiten Sodalitäten feste Regeln gab und diese als katholische Aktion unter der Führung Mariens bestätigte. Es folgten dann Erklärungen über die Gründung der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) durch die Jesuiten im Jahre 1967. Er berichtete über ein Gespräch mit dem Vize-Assistenten der GCL, Jesuitenpater Alberto Teixeira de Brito, Ostern 2006 im Vatikan. Dieser hatte ausgesagt, daß Papst Paul VI. die Zentral- und Hauptkongregation „Prima Primaria“ an der Kirche St. Ignatius und die Konstitution „Bis Saeculari“ mit der Gründung der GCL außer Kraft gesetzt hat. Der Referent sieht hier Handlungsbedarf (siehe Beschlußfassung des Kongresses). Er hob die Ziele der Kongregationen hervor: eucharistisch - apostolisch/missionarisch - papsttreu - persönliche Heiligung.

 

3. Referat von Pater Emilio Cardenas (Präses in St. Sebastian in Spanien):

“Marianische Kongregationen der Marianisten“

Pater Emilio berichtete über die Gemeinschaft der Marianisten (Societas Mariä, SM) und deren Gründer Pater Wilhelm Josef Chaminade. Dieser gründete nach 1800 in Bordeaux Marianische Kongregationen, aus denen zwei Orden hervorgingen: die Marianisten, auch Marienbrüder genannt, und die Marientöchter. 1817 faßte er beide in der „Marianische Kongregation der Marianisten“ zusammen. Sie widmen sich den Armen in den Entwicklungsländern. Die Aufgabe der Marianisten ist ferner der Unterricht und die Erziehung der Jugend sowie Leitung von Marianischen Kongregationen und Jugendvereinen. Der Gründer, P. Wilhelm Josef Chaminade, wurde am 3. September 2000 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Nach dem Abendessen fand um 21 Uhr vor dem Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ die gemeinsame Abendandacht mit vielen schönen polnischen Gesängen und dem mehrsprachigen Rosenkranzgebet statt.

 

2. Tag - Freitag, 26. März 2010

 

Am Morgen fand wieder ein feierliches Lateinisches Hochamt vor dem Gnadenbild statt. Es zelebrierte Pater Nikodem Kilna. Die Predigt hielt der Zentralpräses der MC Straubing, Pfarrer Werner Maria Heß. Er wies in klaren Formulierungen auf die Bedeutung des Marianischen Gedankens in der heutigen Zeit hin und nahm Bezug auf die aktuellen Probleme in Deutschland und der katholischen Kirche dort.

 

Teil II - Die Marianischen Kongregationen in Europa - heute
(Darstellung der heutigen Aktivitäten der MC)

 

1. Referat von Clemens Schneider (Präfekt der Marianischen Männer- und Jungmänner-Sodalität Herbstein 1778):

„Marianische Kongregationen und Sodalitäten - ihre Aktivitäten in der heutigen Zeit“.

Im Referat kam die Notwendigkeit zum Ausdruck, daß der Christ in der heutige Zeit ständig mit Veränderungen konfrontiert ist und sich in leitenden und ausbildenden Funktionen ein gutes Beispiel aus einer gesunden Mischung von Tradition und Gegenwart zu geben verpflichtet ist. Jeder Sodale, unabhängig von seiner Stellung in der Kongregation, darf die vorgegebene Richtschnur nicht verlassen. Er sagte von sich selbst, wie wichtig die täglichen Gebete, möglichst tägliche hl. Messe und die Marianischen Feste der Sodalität sind. Er nannte aus seiner kleinen Heimatstadt Beispiele des öffentlichen Auftritts, z.B. bei Prozessionen und mit Hilfe seiner Sodalität verschiedenster Art, womit diese ihre Präsenz zeigt. Die Verehrung der Gottesmutter gehört in seinem Umfeld zum alltäglichen Bild und zu einer Selbstverständlichkeit. Die Teilnahme an Exerzitien, Wallfahrten und weiterbildenden Kursen sind gleichfalls wichtige Grundbedingungen für eine gute Lebens- und Glaubenserziehung. Der Referent erwähnte ferner die Wichtigkeit des Vorbildes in Ehe, Familie und Gesellschaft. Gerade in der jetzigen Situation müßten die Sodalen als aktive Christen gegenüber den Steinewerfern Position ergreifen. Er erwähnte die Schwierigkeit neue und junge Sodalen zu gewinnen. Den Kopf sollte aber keine der Kongregationen hängen lassen und bei allen Versuchen der Gottesmutter betend vertrauen. Eine gute und unterstützende Zusammenarbeit mit anderen Sodalitäten sollte angestrebt werden, da diese nur mit wenigen existiert.

 


2. Referat von Grzegorz Baran (Polnischer Landespräfekt der Marianischen Kongregation aus Warschau):

“Die Marianische Sodalität in Polen heute (1980 - 2010)“.

Der Landespräfekt erwähnte nochmals die großen Schwierigkeiten und die Haftstrafe des früheren Primas und Erzbischof Stefan Kardinal Wyszyński, der am 18. Oktober 1980 - vor 30 Jahren - die Marianischen Kongregationen nach dem Verbot von 1948 durch die Kommunisten wieder belebte. Es wurden Fußwallfahrten nach Jasna Góra unternommen. Sodalen aus Krakau, Breslau und Warschau pilgerten nach Tschenstochau zur Königin Polens. Es wurde ein Sekretariat in Warschau eingerichtet, in dem jede Kongregation vertreten war. Es wurden „Die Allgemeinen Grundsätze der Mitglieder der Marianischen Kongregationen in Polen“ auf der Grundlage der früheren Statuten erarbeitet und durch ein Dekret vom neuen Primas, Erzbischof Jozef Kardinal Glemp, 1983 genehmigt. Somit sind alle polnischen Kongregationen eigenständig, aber durch eine Zentrale miteinander verbunden. Durch diesen Verband sind gemeinsame Aufgaben gut zu meistern. Dies macht sich bei Weiterbildungskursen, Exerzitien, Wallfahrten, usw. bemerkbar. Zur Zeit betreibt der Verband der Marianischen Kongregationen in Polen drei Schulen, und zwar eine Grundschule, ein Gymnasium und ein Lyzeum mit gesamt 220 Schülern. Ein weiterer Schulbau ist gegenwärtig im Rohbau fertiggestellt. Der Verband der Marianischen Kongregationen ist Mitglied im Polnischen Rat Katholischer Bewegungen.

 

3. Referat von Pater Adam Schulz SJ (früherer Pressesprecher der Polnischen Bischofskonferenz, derzeitiger Präses im Rat der Katholischen Bewegungen Polens und Leiter einer Marienwallfahrtsstätte in Warschau):

“Die Richtlinien der Formation und die Aufgaben der Sodalen - Die Laien im Europa des 21. Jahrhunderts“.

Pater Schulz stellte fest, daß die Welt nicht selbstverständlich christlich ist. Jedes Jahr sterben 160.000 Christen den Märtyrertod. Gerade in unserer Zeit ist das Apostolat die traditionelle Aufgabe für die Sodalen. Die Menschen heute leiden an Unkenntnis über die Bibel und die Soziallehre der Kirche. Beide helfen weiter für die Zukunft und sind eine Investition für die Ewigkeit. Der Sodale muß sich bewußt machen, daß das Evangelium eine Einführung in das Reich Gottes ist, weshalb es zwingend notwendig ist, dieses Evangelium zu verkünden - auch als Laien, denn die Kongregationen sind eine Laienbewegung. Laien haben in der Kirche bereits sehr früh gehandelt, denn es gab sie schon im 3. und 4. Jahrhundert. Wir müssen anpacken und nicht den Mut verlieren, auch wenn die Früchte nicht immer sofort sichtbar sind, spätestens im Himmel können wir sie erkennen. Der Referent nannte viele Möglichkeiten für eine Neuevangelisierung: Katechese für Kinder, Jugendliche und Senioren, Familienseelsorge, Lebensschutz. Auch ein Rentner sollte im Ruhestand Apostel sein.

In der heutigen Zeit ist nach Auffassung des Referenten der Konsum das größte Problem. Er verwies auch auf die negativen Auswirkungen der heutigen Kultur und Medien.

In Polen sind 2,5 Millionen Menschen in kirchlichen Bewegungen und 1,5 Millionen in Marianischen Verbänden tätig. Echte Liebe zur Gottesmutter ist unverzichtbar. „Durch Maria zu Jesus“ bleibt immer aktuell. Westeuropa hat Maria vernach-lässigt. Viele Glaubensgemeinschaften dort streben ohne Maria direkt zu Jesus Christus. Dieser zeigt aber auf seine Mutter. Deshalb empfahl er auch das Motto: „Durch Jesus zu Maria“, um den Nichtkatholiken die Mutter Gottes näher zu bringen. Er erwähnte eine Aussage des hl. Ludwig Maria Grignon von Monfort: „Die Kirche wird durch den Heiligen Geist und Maria geformt.“

Abschließend stellte Pater Schulz fest: „Marienfrömmigkeit lernt man unter dem Kreuz“ Er wünschte allen Sodalen eine begeisterte apostolische Arbeit: „Wir brauchen heilige Profis!“
Am frühen Nachmittag wurde der Kreuzweg in Polnisch (7 Stationen) und Deutsch (7 Stationen) auf dem Festungsrundgang des Hellen Berges (Jasna Góra) gebetet.

 

Anschließend begann

 

Teil III - Marianische Kongregationen - Thema: Morgen
(Vorstellungen, Gedanken, Ideen)

 

1. Referat von Monika Grygolonek (Präfektin der Marianischen Internet-Sodalität):

„Wie geht es mit der Marianischen Sodalität weiter? Neue Inspirationen und Ideen“.

Sie erinnerte an den Ausspruch von Papst Johannes Paul II. an die Jugend: „Ihr seid die Zukunft der Welt, Ihr seid die Hoffnung der Kirche, Ihr seid meine Hoffnung.“ Um die Jugend anzusprechen, wurde im Mai 2009 die Marianische Internet-Sodalität gegründet, deren Präses Pater Dr. Mieczyslaw Łacek OSPPE ist. Ihre Ziele sind identisch mit den Zielen der anderen Marianischen Kongregationen mit dem Schwerpunkt der Verehrung der Mutter Gottes. Dabei ist das Internet das Hauptmedium der Kommunikation und des geistlichen Informationsaustausches für die Mitglieder, die an verschiedenen Orten Polens und anderer Länder leben. Jährliche Treffen der Mitglieder zu Exerzitien und zur Wallfahrt nach Tschenstochau sind wesentlicher Bestandteil der Marianischen Internet-Sodalität. Geplant ist, das Internet auch als Plattform für eine internationale Zusammenarbeit Marianischer Kongregationen zu nutzen.

 

2. Referat von Johannes Wettinger (Präfekt der Marianischen Jugendkongregation Stuttgart):

“Marianische Kongregationen morgen - die Zukunft der MC“.

Der junge Präfekt stellte zunächst seine gemischte Kongregation für junge Christen von 16 bis 25 Jahren vor. Auch die jungen Menschen streben nach Heiligkeit, apostolischer Tätigkeit und Verehrung der Gottesmutter. Neben Maria, der Mutter des Herrn, ist der hl. Antonius von Padua Patron dieser MC.

Zweimal monatlich treffen sich die jungen Sodalen mit Ihrem Präses zu Gebet und Behandlung von geistlichen Themen aus der Heiligen Schrift oder aus Vorträgen.

Für eine gute Zukunft ist eine sehr gute geistliche Leitung durch den Präses Voraussetzung. Als Beispiel und Vorbilder nannte der Referent die Präsides der ersten Zeit: P. Johannes Leunis SJ und Pater Jakob Rem SJ. - Marianischer Geist muß in der MC vorhanden sein. Ferner ist eine gute Zusammenarbeit des Priesters mit dem Präfekten eine sehr wichtige Bedingung. Wie auch Papst Benedikt XVI. sagte, hängt die Zukunft der Kirche von der Jugend ab, junge Sodalen sind die Voraussetzung für eine gute Weiterentwicklung jeder Kongregation.

Die Entwicklung einer MC hängt von der guten religiösen Unterweisung und Ausbildung der Sodalen ab und darf nicht nach quantitativen Gesichtspunkten ausgerichtet sein. Eine sorgfältige Auswahl der Sodalen und Prüfung vor der endgültigen Lebensweihe ist unerläßlich. Das Gebet zur Gottesmutter wird dabei hilfreich sein. Besonders zu pflegen sind Rosenkranz, Wallfahrten und Maiandachten. Der Referent bestätigte großes Interesse an der Internet-Plattform für eine Zusammenarbeit mit anderen Ländern und Kongregationen, wie im vorhergehenden Vortrag besprochen.

Des Weiteren stellte auch er die Frage nach der Existenz der „Prima Primaria“ und empfahl Nachforschungen anzustellen.

Er empfahl ein gemeinsames Gebetsanliegen für alle Kongregationen.

Um 21 Uhr fand vor dem Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ wieder das gemeinsame Abendgebet statt.

 

3. Tag - Samstag, 27.März 2010

 

Das Lateinische Hochamt in der Gnadenkapelle zelebrierte Pater Sebastian Matecki, der Vize-Prior der Pauliner-Mönche auf dem Jasna Góra. In deutsch und polnisch predigte P. Mirko Legawiec, Präses der MC Passau, über das Geheimnis des Dreifaltigen Gottes und den Opfertod und die Auferstehung Jesu Christi.

Abschließend dankte Pater Dr. Mieczyslaw Łacek dem Chor für die sehr gute kirchenmusikalische Begleitung in den hl. Messen vor dem Gnadenbild an den drei Tagen.

Danach fand für die deutschen Sodalen eine Kloster- und Museumsführung statt. Hierbei erhielten wir eine Erläuterung über die geschichtliche und religiöse Bedeutung des Jasna Góra. Es wurde auch deutlich, welche wichtigen und auch historischen Verbindungen dieses Heiligtums zu deutschen Bistümern sowie Königs- und Fürstenhäusern bestehen.

 

 

 

 

 

 

Teil IV - Beschlußfassung des Kongresses

  • Die MC Köln wird die Anfrage an die Apostolische Pönitentiarie im Vatikan wegen der Gültigkeit der „Bis Saeculari“ und der entsprechenden Privilegien und Ablässe weiter verfolgen und alle anwesenden Kongregationen über das Ergebnis informieren.

  • Der Verband der Polnischen Marianischen Kongregationen und die MC Köln werden sich über die jeweiligen Diözesanbischöfe an den Vatikan wenden, um Klarheit bezüglich der „Prima Primaria“ zu erhalten und nachfragen, ob gegebenenfalls eine „Neue Prima Primaria“ oder „Kommission“ als Zentral- und Hauptkongregation eingesetzt werden kann. Auch hierüber werden alle Kongregationen informiert.

  • Der Zentralpräses der MC Straubing, Pfarrer Werner Maria Heß, wird sich bezüglich einer Zusammenarbeit aller deutschen Kongregationen mit der MC in Altötting in Verbindung setzen. Die MCen in Bayern treffen sich unter deren Federführung zweimal im Jahr. Vielleicht ist es möglich, diese Treffen für die anderen deutschen Kongregationen zu öffnen, um eine Zusammenarbeit zu erreichen.

  • Im Jahre 2013 ist der 450. Jahrestag der Gründung der ersten Marianischen Kongregation in Rom, der „Prima Primaria“ 1563. Aus diesem Anlaß wird zum Dank eine Europäische Wallfahrt der Marianischen Kongregationen nach Rom stattfinden. Die Organisation übernimmt der Verband der Polnischen Kongregationen.

  • Den Zweiten Europäischen Kongreß 2015 wird der Verband der Polnischen Kongregationen wieder ausrichten.

  • Der Straubinger Präses Heß wird prüfen, ob der Dritte Europäische Kongreß 2020 in Altötting stattfinden kann.

  • Im Gebet sind alle Kongregationen miteinander verbunden. Sie beten füreinander, und zwar für die lebenden und verstorbenen Sodalen aller miteinander verbunden Sodalitäten.

 

Diese Beschlußfassung wurde mit allgemeinem Beifall bedacht. Eine positive Stimmung war spürbar, und die Teilnehmer äußerten sehr zufrieden, daß in völliger Übereinstimmung eine Basis für eine gemeinsame Zukunft gefunden wurde.

Der Dank des Landespräfekten der Marianischen Kongregation Polens, Grzegorz Baran, galt allen teilnehmenden Sodalitäten für ihr Teilnahme und aktive Beteiligung an diesem Kongreß. Er gab offen und humorvoll zu, daß Pater Łacek im Jahre 2008 nach seiner Rückkehr vom Jubiläum in Köln mit seinem Vorschlag, diesen Kongreß zu organisieren, zunächst nicht auf offene Begeisterung gestoßen ist. Doch bald habe man in Warschau die Bedeutung dieser Chance für die Kongregationen in Europa erkannt, und die Vorbereitungen seien dann mit voller Zustimmung angelaufen.

Er dankte auch den Organisatoren. Besonders nannte er Monika Grygolonek, die als Studentin in Erfurt die organisatorischen Dinge mit den deutschen Kongregationen besorgt hat, und auch ihrer Zwillingsschwester Kamila Grygolonek, die - ebenfalls in Erfurt - für alle schriftlichen Übersetzungen der Tagungsunterlagen verantwortlich war. Es wurden noch Präsente ausgetauscht und vor dem Pilgerhotel DOM PIELGRZYMA, in dem der Kongreß stattfand, ein Gruppenfoto „geschossen“. Auf allen Gesichtern konnte man die tiefe Zufriedenheit über dieses Treffen erkennen.

Zudem hatten die Teilnehmer des Kongresses dort einen bis dahin nicht gekannten katholischen Volksglauben erlebt. Gläubige aller Altersgruppen besuchten die hl. Messen, die ständig im Laufe des Tages vor dem Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ gefeiert wurden. Gymnasialklassen aus ganz Polen machen bis Mai ihre Schulwallfahrt nach Tschenstochau, um die Königin Polens um Fürbitte für das bevorstehende Abitur zu bitten. Über Nacht blieben Hunderte Schüler und Schülerinnen zum Gebet in der verschlossenen Kirche.
 

 

Alle 20 Teilnehmer aus Köln mußten am 27. März nach dem Mittagessen gegen 13:30 Uhr an ihre Rückreise denken. Sie waren sehr zufrieden mit dem Besuch an dieser ehrwürdigen Marienstätte, der heimlichen Hauptstadt Polens. Dieser Besuch hatte alle Erwartungen übertroffen. Einigen Sodalen fiel die wohltuende Tatsache auf, daß man sich über Grenzen hinweg unter Gleichgesinnten befand.

Unsere „Flieger“ trafen um 19:30 Uhr in Köln ein. Für die drei Sodalen im PKW wurde es aber leider 1 Uhr in der Nacht.

 

Danken wir unserer Himmelskönigin für dieses Erlebnis in Tschenstochau.
Sie wird weiterhin allen Kongregationen eine gute Führerin sein und uns in unseren Bemühungen begleiten. Bleiben wir ihr im intensiven Gebet verbunden!

 

 

 

aktualisiert am: 28.06.2010

Webmaster:  L. Valder